Zahnpflege der Menschen im Mittelalter – Leinentücher als Zahnbürste

Durch Hausbücher und medizinische Handschriften haben Historiker analysiert, welche Methoden zur Zahnpflege im Mittelalter genutzt wurden. Neben Leinentüchern setzten die Menschen auch Mundspülungen mit den verschiedensten Mischungen für die Pflege der Zähne ein. Die weiße Farbe spielte für Gelehrte des Mittelalters bei der Zahnpflege bereits eine sehr wichtige Rolle. Außerdem wirkte sich das Fehlen bestimmter Nahrungsmittel sogar positiv auf den Schutz der Zähne aus.

Leinentücher und Mundspülungen bei der Zahnpflege im Mittelalter

Eine Vielzahl von Menschen nutzte im Mittelalter Leinentücher, um das Zahnfleisch und die Zähne täglich zu reinigen. Davor wurde das Tuch zum Teil mit Essig, Wasser oder Wein getränkt, um den Zahnbelag effektiver zu entfernen. Darüber hinaus trugen Gelehrte häufig Pulver aus weißem Natron oder Marmorkalk auf ein Leinentuch auf. Manchmal erzielten diese Experten mit ihren Tuchmischungen sogar tatsächlich eine annähernd mit modernen Zahnbürsten vergleichbare Wirkung.

Mundspülungen waren im Mittelalter besonders beliebt, weil damit die gleichzeitige Beseitigung eines schlechten Atemgeruchs und die Entfernung von Zahnbelägen ermöglicht wurden. Die legendäre Universalgelehrte Hildegard von Bingen empfahl für die Mundhygiene zum Beispiel, mit kaltem Wasser zu gurgeln. Andere gebildete Menschen vertraten wiederum die Ansicht, dass Essig oder Wein sich eher für die Zahnpflege eignen. Zu diesen Flüssigkeiten wurden außerdem unterschiedliche Gewürze und Kräuter hinzugegeben. Dabei kamen vor allem Nelken, Rosmarin und Zimt zum Einsatz. Minze, Fenchel, Salbei und Petersilie waren aus der Sicht von zahlreichen Gelehrten des Mittelalters bei der Pflege der Zähne ebenfalls hilfreich.

In vielen Zahnpasta-Tuben sind die genannten Pflanzen zum Teil immer noch enthalten. Darüber hinaus setzen Zahnmediziner heute genauso auf die entzündungshemmend und antibakteriell wirkenden Eigenschaften des Nelkenöls. Im Kampf gegen den Mundgeruch haben Menschen im Mittelalter auch oft Majoran oder Fenchelsamen gekaut. Darüber hinaus stellten Gelehrte für die Zahnpflege unter anderem aus Minze, Pfeffer und Steinsalz Pulvermischungen zusammen.

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Farberhaltung durch Zahnpflege im Mittelalter und vorteilhafte Ernährung

Die Erhaltung der weißen Farbe von Zähnen war im Mittelalter ein weiteres Thema, mit dem sich viele Schriftsteller durchaus beschäftigten. Mit den Wurzeln von Linsenkraut glaubte zum Beispiel der Arzt Bartholomäus von Salerno ein ideales Mittel gefunden zu haben, um die natürliche Zahnfarbe wiederherzustellen. Er empfahl seinen Patienten, die Rinde der Linsenkrautwurzeln abzuschaben und damit dann die Zähne fest zu reiben. Alternativ schlug Bartholomäus von Salerno vor, einen Bimsstein zu verbrennen und durch die Nutzung des entstandenen Pulvers den Zähnen wieder eine weiße Farbe zu verleihen.

Trotz des wissenschaftlichen Rückstands verfügten die Menschen des Mittelalters im Hinblick auf die Zahnpflege gegenüber der heutigen Gesellschaft über einen Vorteil. Denn eine Vielzahl von ungesunden Nahrungsmitteln, die zur Schädigung der Zähne führten, waren zumindest für durchschnittliche Personen gar nicht verfügbar. Während die Ernährung mit Zucker heute einer der häufigsten Gründe für den Verfall und die Beschädigung von Zähnen ist, war zuckerhaltiges Essen vor 500 Jahren noch eine absolute Ausnahme. Honig galt als das beliebteste Mittel zur Süßung von Lebensmitteln und wurde von der armen Bevölkerung lediglich in äußerst begrenzten Mengen verwendet. Stattdessen tranken die Bewohner der von Bauernhöfen umgebenen Landschaften sehr viel Milch. Die Ernährung mit Milchprodukten, die ziemlich große Kalziummengen enthielten, stärkte dementsprechend die Zähne dauerhaft. Aus diesen Gründen finden Forscher bei der Untersuchung von Gebissen aus dem Mittelalter überraschend selten Hinweise auf Erkrankungen oder den Verfall der Zähne. Die weiße Farbe blieb ebenfalls häufiger erhalten, weil Tee, Tabak, Kaffee und weitere verfärbende Getränke noch nicht konsumiert wurden.

Fazit: Zahnpflege im Mittelalter mit überraschend effektiver Wirkung

Im Mittelalter haben Gelehrte bereits viele Substanzen, die man auch heute in Zahnpasta-Tuben findet, für die Zahnpflege verwendet. Außerdem hat sich die kalziumhaltige und zuckerfreie Ernährung sehr positiv auf den überraschend guten Zustand der Zähne von Menschen aus dieser Epoche ausgewirkt.


 

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