Wenn Zähneputzen „zu viel des Guten“ wird – Abrasionen, Rezessionen & Attachmentverluste

Ein sauberer Zahn dürfte doch nicht krank werden, oder? Wer die Anweisungen vom Zahnarzt zur optimalen Mundhygiene verfolgt und somit eine regelmäßige und gründliche Plaqueentfernung erreicht, sollte sich doch logischerweise ein Leben lang an gesunden Zähnen erfreuen dürfen. Doch wir wissen aus Erfahrung, dass das nicht der Fall ist.
Dieser Blog soll der Aufklärung dienen. Denn auch im Bereich der Zahnpflege kann sich eine übermotivierte Pflege negativ auswirken. Letztlich ist es in der Zahnmedizin genauso wie in vielen anderen Bereichen auch. Erst das richtige Maß im Umgang mit der Putzhäufigkeit und der Wahl der verwendeten Hilfsmittel für die Mund- und Zahnpflege bringt den Erfolg.

Zähneputzen: Sanfte Präzision ist besser als radikale Sauberkeit

Unter der Leitung von Mariano Sanz wurde die Evidenz zu dem Auftreten von Gingiva­rezessionen als Konsequenz traumatischen Zähneputzens (Sanz et al., 2015) untersucht. Traumatisches Zähneputzen kann nämlich gingivale Abrasionen, Rezessionen und Attachmentverluste zur Folge haben. Was viele nicht wissen, ist, dass Zähneputzen nicht immer gleich gesundes Zähneputzen ist. Durch falsche Zahnputztechniken, den falschen Druck beim Putzen und die Verwendung von Zahnbürsten mit zu harten Borsten oder abrasiven Zahnpasten können langfristige Schäden an den Zähnen verursacht werden. Auch in der Zahnpflege gibt es ein „Zu viel des Guten“. Den entscheidende Fehler bringt tatsächlich seltener das Hilfsmittel, das angewendet wird, oder die Häufigkeit des Zähneputzens, sondern vielmehr die Art der Anwendung dieser Hilfsmittel und die falsche Technik. Menschen, die gerade im Stress sind, legen eine aggressivere Putztechnik an den Tag. Man neigt schnell dazu in schnelle festen Bewegungen horizontal zu schrubben, um den Plaque vollständig und schnellstmöglich zu entfernen.

In solchen Fällen geht es um die Einstellung. „Weg von der radikalen Sauber­keit – hin zur sanften Präzision!“ Wem seine Zähne wichtig sind, sollte in solchen Fällen seine Grundeinstellung ändern. Die optimale Mundhygiene erfordert eine entspannte, defensive Grundhaltung. Erfolgreich ist das Zähneputzen erst, wenn man systematisch vorgeht und sich während der täglichen Zahnpflege die Zeit nimmt konzentriert in den 2-3 Minuten des Zähneputzens gründlich alle Bereiche zu reinigen ohne zu viel Druck aufzuwenden. Dabei sollten parallel zum Zähneputzen nicht aufgrund von Zeitersparnis andere Tätigkeiten ausgeübt werden. Die erfolgreiche Mundhygiene erfordert am Tag nicht viel Zeit und sollte mit Konzentration angegangen werden.

Mit nötiger Vorsicht beim Zähneputzen und den richtigen Hilfsmitteln zu gesunden Zähnen

Nachdem verinnerlicht worden ist, dass zu viel Sauberkeit den Zahn schädigen kann, liegt es daran die Anwendung bestimmter Hilfsmittel sowie die richtige Zahnputztechnik zu erlernen. Dabei verhält es sich sehr individuell, mit welcher Zahnputztechnik sich die manuellen Fähigkeiten eines Menschen vertragen und auch die Hilfsmittel sollten den Vorlieben des Patienten angepasst werden. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen elektrischen Zahnbürsten und Handzahnbürsten sowie zwischen den verschiedenen Hilfsmitteln in ihrer Effektivität. Jedoch sollte vor Augen gehalten werden, dass bei richtiger Anwendung und der entsprechenden Geschicklichkeit mit allen Hilfsmitteln die gleiche Mundhygiene erreicht werden kann. Entscheidend ist also nicht das Gadget sondern das Wie! Im Gespräch mit uns erfahren sie die richtigen Putztechniken und erhalten eine Instruktion für die richtige Anwendung der Hilfsmittel. Wir freuen uns auf Sie!

Autorin: Pelin